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...Es wird langsam Abend...
Du befindest Dich irgendwo im Wallis auf dem Alpenhauptkamm.

Du spürst das Zittern des Flugzeuges und drehst ein...
Der Aufwind wird Dich nochmals bis auf 4000m emporheben.
Du lehnst Dich zurück und entspannst Dich.

 Rechts über den Flügel siehst Du, wie die Gipfel unter Dir mit jedem Umgang kleiner werden.

Den ganzen Tag schon bist Du unterwegs, hast dabei hunderte von Kilometern zurückgelegt, nur mit der Kraft der Sonne.

Nun wieder auf dieser Höhe, gehört Dir die ganze Schweiz.
Mühelos erreichst Du von hier Deinen Flugplatz.
Doch bis zur Landung steht Dir noch ein langer, ruhiger Gleitflug bevor...

 

 Streckenflug

Diese Rubrik möchte ich den Segelflug-Piloten widmen, welche den Bereich des Start-Flugplatzes normalerweise nicht verlassen, aber schon mit dem Gedanken gespielt haben, "auf Strecke zu gehen".

"Segelfliegen ist landen", dies habe ich während meiner Segelflug-Ausbildung mehrmals gehört. Natürlich, das beherrschen der Landung ist Pflicht und soll regelmässig trainiert werden. Aber Segelfliegen ist mehr als Landen, Segelfliegen ist Streckenfliegen. Damit meine ich nicht unbedingt Wettbewerbsflug oder etwa Leistungsstreckenflug mit Tempobolzen usw. Gemeint ist das lockere Fliegen Ueberland, vielleicht zu zweit oder zu dritt, das Fliegen von den Voralpen in die Hochalpen, usw.

Richtig von Segelflug-Virus erfasst wird wahrscheindlich nur, wer schon einmal "auf Strecke" war. Besonders das Fliegen in den Hochalpen ist für mich jedesmal ein unbeschreiblich schönes Erlebnis. besonders wenn man den "Aufstieg" aus den Voralpen aus eigener Kraft geschafft hat.

Mich persöhnlich haben anfänglich 2 Gründe vom Streckenfliegen abgehalten:
1. Streckenfliegen ist gefährlich
2. Rückholaktionen sind aufwendig und unbeliebt bei Gruppenmitgliedern

1. Streckenfliegen ist gefährlich. Wer etwas anderes sagt, der lügt. Nebst den allgemeinen Unfällen in der Start- und Landephase, geschehen viele Unfälle beim Streckenflug.
Meiner Meinung nach sind die Hauptgefahren beim Streckenflug das Hangfliegen in unbekanntem Gelände (Stress, Seile) und das Aussenlanderisiko. Vorallem diese zwei Gefahren gilt es zu minimieren.
Hangfliegen: Für mich gilt, solange es irgenwie geht, oberhalb der Krete zu bleiben. Ich fliege lieber den ganzen Tag mit "Mc Ready Null", als nach Talquerungen unbekannte Hänge abkratzen zu müssen. Dies erklärt meine langsamen Schnittgeschwindigkeiten. Ist mir aber egal.
Aussenladerisiko: 1. Regelmässiges Aussenlandetraining ist Pflicht. 2. Ich vermeide es konsequent, den Bereich von Flugplätzen zu verlassen. Dies ist in der Schweiz problemlos möglich. Um das zu verdeutlichen habe ich eine Karte mit einem 15km-Radius um die Flugplätze erstellt . Schau's dir an. Du siehst eine "Luftstrasse" gepflastert mit Flugplätzen bis ins Wallis. Einfach wunderbar!

zum Vergrössern auf's Bild klicken!

2. Rückholaktionen sind schon aufwendig. Aber Du findest immer jemanden, der Bereit ist, dich im Falle eines Falleszurückzuholen. Wichtig ist nur, den Rückholer vor dem Flug zu bestimmen.  

Dem Interessierten SGN-Piloten möchte ich empfehlen: Sprich mit einem Fluglehrer über die Bedingungen der Streckenflugberechtigung. Befasse Dich mental mit dem Streckenfliegen vor dem Flug. Studiere die bekannten Flugrouten, lade Dir ein paar Flüge vom OLC-Server.